Diabetes adaptierte Einlage / Fussbettung

Die Diabetes adaptierte Fussbettung ist eine individuell nach dem Fuss hergestellte Einlage. Sie sollte aus mindestens 3 verschiedenen Polsterschichten in verschiedenen Härten bestehen und dabei eine Dicke von ca. 1 cm haben. ( 8-16mm ) Die Polster werden so geschichtet, dass dem Fuss eine hygienische, abwaschbare Schicht bzw. Bezug zur Verfügung steht. Dabei ist zu beachten dass der Schuh eine ausreichende Weite bieten muss, damit der Fuss, der Schuh und die Einlage eine Harmonie ergeben und der Fuss plantarsowie dorsal gut gebettet ist.

Da die Neuropathiehäufig einhergeht mit dem Diabetes Mellitus, sollte eine digitale Nachmessung vorgenommen werden, um eventuelle Druckstellen sofort zu erkennen, welche der Patient selbst nicht mehr spürt. Für die Diabetes adaptierte Weichpolster-Einlage muss die genaue Krankheitsgeschichte erhoben werden. Die Versorgungstechnik muss immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Sowohl das Ulkus der Fussweichteile als klassische Folge der Neuropathie, als auch die Gangräen als Folge der Angiopathie bedürfen gezielter technischer Versorgungen. Die Einstellungen und der Aufbau der Fussbettung muss der Gefährdungsklassifizierung genau angepasst sein und offene oder gefährdete Fußregionen müssen kompromisslos total entlastet oder zumindest teilentlastet werden.

Diese Maßnahmen können oft mit gezielten orthopädischen Schuhzurichtungen des zu tragenden Schuhwerks erreicht werden. Stark rückstellfähige Materialien müssen unbedingt vermieden werden. Die Einbettung mit spezieller Silikonmasse in einer vorbereiteten Fussbettung zeigen die besten Mess /und Trageergebnisse.

Die Diabetes adaptierte Fussbettung findet in folgenden Bereichen Anwendung:

  • Diabetes Mellitus mit Neuropathie mit Ulkus-Rezidivgefahr
  • stark rheumatische Füße

Pflegetipps für Diabetiker

Diabetiker sollten Ihre Füße täglich reinigen, um die Pilz- und Bakterienbelastung so gering wie möglich zu halten. Die Wassertemperatur sollte gut dosiert sein (nicht über 37 Grad Celsius) und mit einem Thermometer überprüft werden, da bei Neuropathie das Wärmeempfinden eingeschränkt ist.

Die Dauer sollte nicht zu lange sein, damit die Haut nicht aufweicht und die Füße sollten besonders gut abgetrocknet werden, auch zwischen den Zehen, damit keine wunden Stellen entstehen können. Und feuchtes Milieu bietet wieder Pilzen und Bakterien beste Bedingungen.

Nicht rubbeln beim Abtrocknen, besser trockentupfen. Nach der Reinigung unbedingt eine gute Fußcreme auftragen, damit keine Risse entstehen können und die Haut geschmeidig bleibt und nicht austrocknet.

Zur Nagelpflege keine scharfen und spitzen Geräte verwenden, es genügt, die Nägel zu feilen. Sollte einmal mehr zu machen, professionelle Pflege in Anspruch nehmen! Besonders auf gutes, passendes Schuhwerk achten.

Weitere Fragen zum Diabetes:

Was haben Hautprobleme mit dem Diabetes Mellitus zu tun?

Bei Diabetikern sieht man nicht selten eine Neigung zu trockener und schuppiger Haut. Die trockene Haut kann eine Folgeerscheinung des Diabetes Mellitus sein, da die erhöhten Blutzuckerwerte Einfluss auf den Feuchtigkeitshaushalt der Haut haben. Die Haut verliert die Fähigkeit Feuchtigkeit zu speichern. Als Folge wird die Schutzbarriere der Haut geschwächt. Dabei sind bei Diabetikern die Füße bzw. die Fußhaut besonders in Mitleidenschaft gezogen.

Warum sind es gerade die Füße eines Diabetikers, die zu einer Problemzone werden?

Die Haut produziert zu wenig Schweiß und überwärmt, des Weiteren gelangen nicht genügend Nährstoffe und Sauerstoff in die betreffenden Regionen. Durch das schleichend verschwindende Schmerzempfinden besteht die Gefahr, dass kleine Risse oder Verletzungen nicht sofort bemerkt werden. Durch das fehlende Schmerzsignal werden die betroffenen Regionen nicht wie im Normalfall geschont. Die Wunde wird regelrecht verschleppt und muß langwierig entlastet und gepflegt werden, bis sie sich langsam wieder schließt.

Feuchtigkeit statt Fett
Verwechseln Sie beim Cremen Ihrer Füße nicht Feuchtigkeitscremes mit fetthaltigen Cremes. Verwenden Sie bitte ausschließlich Feuchtigkeitscremes, oder die Pflegeprodukte, welche Ihr Arzt oder Podologe Ihnen empfohlen hat. Fetthaltige Cremes können die Poren der Haut verschließen und verstärken dadurch die Überwärmung der Haut. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Podologen regelmäßig kontrollieren und befolgen Sie deren Rat über das richtige Pflegeprodukt speziell für Ihren Hauttyp. Das richtige Pflegeprodukt für Ihre trockene Haut sollte:
  1. Der Haut Feuchtigkeit schenken
  2. Die hauteigene Schutzbarriere stärken und unterstützen
  3. Keinen Fettfilm auf der Haut zurück lassen (zusätzliche Gefahr durch Rutschen)
  4. Schnell einziehen und leicht anzuwenden sein

Wichtige Tips für Diabetiker

Die Zukunftsvision der internationalen Diabetesfederation besagt, dass in 25 Jahren 380 Millionen Menschen weltweit an Diabetes erkrankt sein werden. Derzeit sind es 246 Millionen. An Hand dieser Zahlen erkennen Sie die Brisanz dieses Themas. Als Betroffener sollten Sie sich unbedingt mit folgenden Ritualen vertraut machen:
  • Betrachten Sie jeden Tag Ihre Füße von allen Seiten, wenn nötig, mit Hilfe eines Spiegels, denn so können Risse oder kleine Verletzungen rechtzeitig entdeckt werden. Schauen Sie auch zwischen die Zehen.
  • Achten Sie immer auf ausreichend Feuchtigkeitszufuhr. Trinken Sie ausreichend und versorgen Sie Ihre Füße mit feuchtigkeitsspendenden Pflegeprodukten.
  • Vermeiden Sie lange und heiße Fußbäder. Verwenden Sie ein Thermometer, nicht mehr als 32° Celsius!
  • Beim Abtrocknen Ihrer Füße achten Sie bitte auf die Stellen zwischen den Zehen und trocknen Sie sich gründlich ab.
  • Verwenden Sie eine Feile statt einer Fußschere oder Nagelzwicker, denn damit verletzten Sie sich nicht so leicht.
  • Ihr Schuhe sollten immer genügend Platz bieten und das Bündchen Ihrer Socken darf nicht einschneiden.

Diabetes Klassifikationen

Folgende Klassifikationen des Beschwerdebildes gibt es:

0= kein Problem
1= orthopädisches Problem, zum Beispiel ein Knick-Senkfuß der mit Einlagen versorgt wird
2= Polyneuropathie, arterielle Verschlusskrankheit. Bedarf orthopädischer Zurichtungen am Schuh sowie Einlagen
3= Ulkus, diabetischer Fuß
4= Deformität, welche eines Maßschuhes bedarf
5= Sanders Unterschenkel Orthese
6= Amputation Prothese
7= Akutverbandschuh

Die Rahmenbedingungen für die Qualitätssicherung in der Diabetesversorgung werden immer aufwändiger:

  1. Dokumentation
  2. Grundkenntnisse über das Krankheitsbild
  3. Verschiedene Verträge der Krankenkassen
  4. Zertifizierung
  5. Qualifikationsnachweise ( Kentnisspunkte )
  6. Compliance, gemeint ist das kooperative Verhalten des Patienten im Rahmen der Therapie

Diabetes Entwicklung weltweit

Anzahl der Erkrankten im Alter von 20 - 79 Jahren, ausgedrückt in Millionen:

Nordamerika: 2007: 28,3 # 2025: 40,5 - Dies bedeutet eine Steigerung von 43%
Europa: 2007: 53,2 # 2025: 64,1 - Dies bedeutet eine Steigerung von 21%
Afrika: 2007: 10,4 # 2025: 18,7 - Dies bedeutet eine Steigerung von 80%
Süd-Mittelamerika: 2007: 16,2 # 2025: 32,7 - Dies bedeutet eine Steigerung von 102%
Östliches Mittelmeer / Mittlerer Osten: 2007: 24,5 # 2025: 44,5 - Dies bedeutet eine Steigerung von 81%
Südost Asien: 2007: 46,5 # 2025: 80,3 - Dies bedeutet eine Steigerung von 73%

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